Unternehmer leidet unter Existenzangst


43 jährige Unternehmer leidet unter Existenzangst und dadurch verursachten Stress.

Vorgeschichte:

Der 43 jährige Gründer und Geschäftsführer eines kleinen Unternehmens fühlt sich für alles selbst verantwortlich. Die Sorge um sein Geschäft lässt ihn beinahe Tag und Nacht arbeiten. Sowohl seine Familie, als auch seine Gesundheit leiden unter dem enormen Druck, der auf ihm lastet.
Zu dem großen, selbstgemachten Stress kommt auch noch die Existenzangst hinzu. Dadurch schließt sich der Kreislauf "Stess-Angst-Stress" wodurch ihm keinerlei Flexibilität mehr möglich ist. Auf den Ratschlag eine Freundes hin kommt der Geschäftsmann R schließlich zu einem NLP-Coaching.

Lösung:

Nachdem Herr R mir sein Problem schildert und dabei eine eindeutige Problemphysiologie zeigt, ist klar, dass R auf dem besten Weg ist, sowohl sich selbst als auch seine Familie zu ruinieren. Auf meine Frage, was das Ziel unseres heutigen Gespräches ist, kristallisiert sich schnell heraus, dass er vor allem weniger Stress und keine Existenzangst mehr haben möchte.
Die nächste Frage, die ich Herrn R stelle, richtet sich nach seinen Motiven und Werten. Also was ist besonders wichtig und welche Gefühle und Überzeugungen sind damit verbunden. Dabei stellt sich heraus, dass es vor allem der Wunsch nach Kundenzufriedenheit ist.
Das Problem besteht also vor allem in der Existenzangst und dem damit verbundenen Stress und andererseits in der damit scheinbar unvereinbaren Kundenzufriedenheit. Diese beiden Punkte wollen wir uns deshalb genauer ansehen.

Auf zwei Zettel schreibe ich für Herrn R jeweis das Wort "Kundenzufriedenheit" und "Existenzangst" und lege diese getrennt auf den Boden. Nun fordere ich Herrn R auf, sich auf den Zettel "Kundenzufriedenheit" zu stellen und auf die "Existenzangst" hinzusehen.
Für Herrn R ist das eine sonderbare Situation, jetzt als "Kundenzufreidenheit" seiner Angst gegenüberzustehen und er blickt mich zweifelnd an. Doch da er sich für das Coaching nun schon einmal entschlossen hat, entschließt er sich, es auch durchzuziehen und sich ganz darauf einzulassen. Wieder kommt die Frage nach den Werten - warum ist Kundenzufriedenheit wichtig und was ist das Positive an dieser Absicht? Herr R findet sofort jede Menge Argumente dafür und wird mehr und mehr zu dem Teil "Kundenzufriedenheit". Das gleiche macht er dann auch noch mit der Angst, die nun ein ebenso eigenständiger Teil ist.
Durch das Trennen der beiden Positionen als eigenständige Position, ist nun die Voraussetzung für ein konstruktives Verhandeln gegeben. Also fordere ich ihn auf, seine Angst zu identifizieren und der Kundenzufriedenheit zu berichten, wie es ihm geht. Er erzählt angstgebeutelt von Schlafstörungen und dem Zwang noch mehr und intensiver arbeiten zu müssen, um es der "Kundenzufriedenheit" recht zu machen.
Nach einigen kurzen Durchgängen in den beiden Positionen kommt es zu einem überraschenden Ergebnis:
Der Teil "Existenzangst" erkennt, dass es sich nur um selbstgemachte Probleme handelt. Die Firma steht schließlich super da, es gibt keinerlei finanzielle Probleme und er selbst ist x-mal abgesichert. Herr R ist nun sichtlich erschüttert von der Unsinnigkeit seiner bisherigen Angst.
Auch mit der Kundenzufriedenheit sieht es ganz ähnlich aus: die Kunden sind mit seiner Leistung mehr als zufrieden. Hier werden sie persönlcih betreut und gute Lösungen gefunden. Selbst wenn mal ein Fehler passiert, wirkt Herr R symphatisch, da er diese eingesteht und nicht auf seinen Standpunkt beharrt. Im Gegenteil zu vielen Mitbewerbern werden hier sofort neue Lösungen gesucht und auch gefunden.
Selbst die Sorge, manchmal Kunden zu verlieren, weil diese aufgrund der Wirtschaftslage sparen müssen, stellt sich als unbegründet dar. Herr R erkennt, dass dann sofort wieder neue Kunden nachrücken.
Herr R beginnt sich langsam zu fragen, ob er sich wirklich nur selbst verrückt gemacht hat und wo eigentlich das Problem ist. Entspannt lächelnd beenden wir diese Sitzung und vereinbaren noch einen zweiten Termin für ein "Zielcoaching".

Herr R hat diese Coachingstunde nur mal schnell eingeschoben und wollte ursprünglich so bald als möglich wieder ins Büro zurück. Jetzt aber geht er entspannt erst einmal in ein Cafe, um alles noch in Ruhe nachwirken zu lassen.

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